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Der mysteriöse Spender

Frank Kortlücke, seit 29 Jahren als Ergotherapeut im Begleitenden Sozialen Dienst in der stationären Altenhilfeeinrichtung Paul-Gerhardt-Heim erinnert sich an einen unbekannten Spender.

„Gut 20 Jahre muss das nun her sein. Wir waren mit einigen Bewohnerinnen und Bewohnern auf dem Herbst-Jahrmarkt in Osnabrück. Bereits auf dem Weg in Richtung Ausgang bekam die Gruppe allerdings noch Appetit auf eine leckere Currywurst mit frischen Pommes. Also hielten wir noch einmal an einer der zahlreichen Schlemmerbuden an. Kaum dort angestellt, um zu bestellen, gesellte sich ein freundlicher Unbekannter zu uns. „Sie sind alle eingeladen“, rief er in unsere Runde. Freudestrahlend suchten sich die Senior*innen etwas aus und noch bevor ich mich ausgiebig bedanken konnte, war der spendable Herr auch schon verschwunden. Selbstverständlich ließ mich diese großzügige Geste nicht mehr los und so kontaktierte ich die Rubrik „Till“ der Neuen Osnabrücker Zeitung, um über diesem Wege meinen Dank auszudrücken. Ein paar Tage später erschien auch tatsächlich der Bericht – doch der Spender blieb weiter unbekannt.

Ein paar Wochen später, es muss um die Weihnachtszeit herum gewesen sein, besuchte uns der unbekannte Herr überraschend im Paul-Gerhardt-Heim – im Gepäck ein riesengroßer Schokoladen-Nikolaus. Er wollte sich herzlich bei uns für den lieben Gruß in der Zeitung bedanken, würde es aber vorziehen, anonym zu bleiben. Und noch bevor wir wirklich ins Gespräch kamen, war er auch dieses Mal schon wieder verschwunden. Wir verteilten an unsere Bewohnerinnen und Bewohner die Schokolade und ganz am Ende fiel uns noch eine Geldspende in die Hände, die unter den Nikolaus geklebt war. Und so wurden wir ein drittes Mal von diesem mysteriösen Spender überrascht.

Obwohl diese Begegnungen mehr als 20 Jahre her sein müssen, sind sie mir bis heute im Gedächtnis geblieben – das war schon einmalig.“

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